Unser Schulhund "Charlie"

Schon während meiner  Ausbildung zum Förderlehrer am Staatsinstitut in Bayreuth habe ich mich intensiv mit der tiergestützten Pädagogik und deren Erfolge auseinandergesetzt. Nach meinem Referendariat an der GS/MS Feuchtwangen-Stadt und dem zweiten Staatsexamen ergab sich ich die Möglichkeit meinen eigenen Hund zum zertifizierten Schulhund auszubilden.


Hallo, ich bin euer Schulhund Charlie. Eigentlich heiße ich Charlize, aber Charlie gefällt mir einfach besser!

  • Geboren bin ich irgendwann im April 2013 auf der Kanareninsel LaPalma. Allerdings wollte mich da niemand haben und ich wurde mit meinen Geschwistern ausgesetzt. Zum Glück bin ich über nette Tierschützer nach Deutschland und schließlich zu meiner Familie Hitz gekommen.

  • Viele sagen immer, dass ich so dünn bin, aber das liegt an meiner Rasse: Ich bin ein Podenco-Mischling, wir sind so. Wir gelten als eher zurückhaltend und absolut freundlich. Das stimmt ja schon mal. J

  • Ich war schon als Junghund in einer tollen Hundeschule. Bei Hermann und Irmi Feldschmidt in Leutershausen haben wir ganz viel gelernt.

  • Manche von euch kennen mich ja schon und ich bin spielende Kinder gewöhnt. Außerdem bin ich natürlich:

    • freundlich, kinderlieb

    • spielfreudig und gelehrig

    • geimpft und gesund


  • Mit meinem Chef habe ich sehr erfolgreich die Ausbildung zum Schulhund absolviert. Hier hab auch ich mal ein Zeugnis bekommen J (Bild Zertifikat)

  • Übrigens: Ich mag es, gestreichelt zu werden. Aber nicht von allen Kindern auf einmal. Am besten ist es, wenn ich selbst Kontakt aufnehmen darf. Bei Interesse streckt man mir einfach eine Hand hin, damit ich erst einmal euren Geruch aufnehmen kann!

  • Ich darf aber nicht überall hin (z.B. nicht in die Küche, Mensa, etc.) und werde auch nicht mit Schülern alleine gelassen. Auf dem Schulhof und außerhalb des Klassenzimmers werde ich natürlich immer angeleint.

  • Meine Hobbys sind toben, spielen, buddeln, lange Spaziergänge und kuscheln mit meiner Familie.

    Ich freue mich, dass ich seit Juli 2015 einige Tage pro Woche mit euch in der Schule verbringen darf.


  • Ausbildung


  • Die theoretische Ausbildung zum Pädagogen-Schulhund-Team wurde vom Hundezentrum Mittelfranken durchgeführt.

  • Um erfolgreich in der Praxis arbeiten zu können, ist jedoch eine langjährige Grundausbildung des Hundes unabdingbar. Charlie wurde von Beginn an liebevoll und konsequent, aber gewaltfrei erzogen. Unterstützung hatten wir hierbei von der Hundeschule Hoffnung in Leutershausen. Hier konnten wir vom Grundgehorsam über Alltagssituationen alles lernen, was für die tägliche Arbeit wichtig ist. Auch die ersten Praxisstunden wurden von der Hundeschule Hoffnung begleitet und die Theorie erfolgreich in die Praxis umgesetzt.


  • Tiergestützte Pädagogik

  • In der Wissenschaft hat man sich eingehend und mit erstaunlichen Ergebnissen mit dem Einsatz von Tieren in Lernsituationen beschäftigt. Auf die Frage, was ein Schulhund im Förderunterricht leisten kann, möchte ich Ihnen einige Hintergrundinformationen geben:


  • Lernen mit Tieren fördert die emotionale und soziale Intelligenz der Schüler/innen und steigert somit die verbalen und mathematischen Fähigkeiten. Die Anwesenheit eines Tieres im Klassenraum gestaltet die Lernumgebung positiv, es entsteht eine freundliche Atmosphäre und körperliche und verbale Aggressionen gehen deutlich zurück.


  • Förderung der Motivation und Kommunikation. Besonders schüchterne oder ruhige Kinder finden schnell einen Zugang zum Schulhund, da der Hund instinktiv auf die (Körper-) Sprache der Kinder reagiert: Wenn sie klare Gesten einsetzen und ruhig sprechen, lässt sich der Hund gerne von den Kindern streicheln.


  • Möchte ein Kind mit dem Hund arbeiten, muss es sich auf das Tier einlassen und sich konzentrieren. Den Schülern machen solche Übungen Spaß, sie schulen neben Mimik und Gestik auch die Beobachtungsfähigkeit sowie einige Grundfertigkeiten wie Konzentration, Einfühlungsvermögen oder das Sprechen. Das Selbstbewusstsein steigt bei den Schülern, wenn der Hund einen Befehl von ihnen ausführt, oder sie kleine Tätigkeiten für und mit ihm erfolgreich ausüben. Dem Hund sind Aussehen, Schulnoten, Akzeptanz in der Klasse/Gruppe oder Religionszugehörigkeit gleichgültig. Er hat keine Erwartungshaltung an die Schüler und so entsteht kein Erwartungsdruck oder Stress. Erwiesen ist, dass durch die Berührung eines warmen Fells Trauer, Aggressionen und Stress abgebaut werden und ein Entspannungszustand eintritt.


  • Kinder lernen durch die Anwesenheit eines Hundes, dass jedes Lebewesen ein Recht darauf hat, freundlich behandelt zu werden.



    • Förderunterricht

Im Förderunterricht soll durch die Anwesenheit des Schulhundes eine motivierende und angenehme Lernumgebung geschaffen

 werden. Der Hund trägt mit seiner Beteiligung am Unterricht wesentlich dazu bei die Motivation und Anstrengungsbereitschaft der Schüler zu steigern. Durch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund werden bei den Schülern Emotionen freigesetzt, die sich positiv auf die Lernleistung der Schüler auswirkt. Die Schüler empfinden das Lernen als Freude und können so bessere Erfolge erzielen.



  • 1. Schullandheim 2015

Am 15.07.2015 durfte ich zum ersten Mal, nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildung, mit in das Schullandheim nach Bad Windsheim fahren. Ich besuchte dort die Klassen 3a von Frau Malessa, die 3b von Frau Gärtner und die 3c von Frau Wania.

Ich war etwas aufgeregt, da ich die Kinder der Klasse 3c noch nicht kennengelernt habe.

Um ca. zehn Uhr wanderten wir vom Schullandheim nach Lenkersheim um uns einen Bauernhof anzusehen. Auf dem Weg dorthin konnte ich hören das viele Kinder noch Fragen zu mir und meiner Ausbildung mit Herrn Hitz hatten. Alle wollten in meiner Nähe laufen. Mir hat das sehr gefallen und deshalb bin ich inmitten der Schüler gelaufen. Da ich auf dem Bauernhof, wegen den kleinen Kälbern und den Kühen, draußen unter einem Baum im Schatten warten musste, hatte ich viel Zeit mit einigen Schülern zu trainieren und mich streicheln zu lassen.

Als zweites liefen wir weiter zur Biogasanlage. Auch dort habe ich im Schatten darauf gewartet, dass mich die Schüler streicheln und mir Leckerchen zu fressen geben. Das fand ich ganz toll! Alle waren sehr vorsichtig und nett zu mir.

Zuletzt sind wir zu einem Spielplatz gelaufen. Weil es aber so warm und anstrengend war, habe ich mich dort erst mal mit meinem Herrchen unter einen Baum gelegt und geschlafen. Also mein Herrchen hat nicht geschlafen, er hat auf mich aufgepasst.

Danach sind wir zurück ins Schullandheim gewandert. Auf dem Rückweg fand ich es ganz toll, dass mich viele Schüler führen wollten, obwohl wir schon so lange unterwegs gewesen sind und ich auch ganz schön flott vorneweg lief.